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Dienstag, 29. Oktober 2013

Ein Tag voller Hindernisse-Vorlage für ein Drehbuch?

27. Oktober Eigentlich schon  der 28. Es ist 0:15 Uhr und wir sind im Zug nach Yangon. Und können glücklich sein das wir auch wirklich drine sitzen. Gestern, also am Sonntag wurden bestimmt in Deutschland die Uhren umgestellt! Das hat mein schlaues Handy auch getan. Wir haben uns schon beim Frühstück gewundert, so leer. Beim Zimmer verlassen, die Mädels trampeln schon zum sauber machen. Wir haben doch Bescheid gesagt um 11:00 Uhr! Dabei war es schon 12:00 Uhr. Das haben wir dann im Taxi bemerkt. Ich hab erst gedacht die Uhr geht falsch. Erst als wir gefragt haben, ist uns aufgefallen, das sich unsere Uhr auf Winterzeit umgestellt hat. Na, prima! Das hätte ja mal gründlich daneben gehen können. Wir wären zu spät zum Bahnhof gefahren. Das war eine Vorsehung! Wir sollten den Zug verpassen. Denn was jetzt kommt klingt wie aus einem schlechten Film: Da es heute aber wie aus Eimern geregnet hat sind wir glücklicherweise erst einmal in das nette Restaurant von gestern gefahren. Und dann, nach einem Festmahl zum Bahnhof.

Haben Kakerlaken eigentlich Flügel? Grade krabbelt so ein Riesenvieh an der Tür entlang. Das Schlafwagenabteil der Marke Deluxe, ist einfach nur gruselig. Unvorstellbar dreckig! Wir waren ja auf Einiges vorbereitet, aber das hat uns die Sprache verschlagen. Die Betten sind so eklig, da möchte man sich nicht einmal drauf setzen. Wir haben glücklicherweise unsre Hüttenschlafsäcke dabei. Im ganzen Zug fahren außer uns zwei Verrückte, noch 4 Ausländer mit. Die Herren aus dem Nachbarabteil kommen aus Barcelona und daneben Vater und Tochter aus Montreal. Wir versuchen das ganze mit Humor zu nehmen. Als ich den elenden Zug gesehen hab, bin ich gleich zum Stand auf dem Bahnhof gelaufen und hab uns ein Flasche Rum besorgt (1$ für 0,35Liter). Damit können wir die Nacht überstehen. Insgesamt fahren wir wohl 17 Stunden. Na wir werden ja sehen, ob er pünktlich ist. Edenfalls gibt sich unser Lokführer Mühe. Teilweise rast er so mit diesem alten Zug, das man Angst hat die Wagons hopsen jeden Moment aus den Gleisen. Schlafen ist unmöglich! Das rumpelt, poltert, schaukelt und manchmal will man sich einfach festhalten, weil man das Gefühl hat aus dem Bett zufliegen. Wenn es wieder hell wird können wir wenigstens aus dem Fenster schauen, das lenkt ab und ist interessant. Die sind übrigens offen. Sonst würden wir hier drine kaputt gehen. Wir haben lediglich die Gardinen davor gebastelt. Mit Nagel, Haarklammer, Sicherheitsnadeln und Klebeband. Die Kissen der oberen Betten haben wir in das Loch über der Tür gestopft, damit das Viehzeug draußen bleibt. (Hilft nur leider wenig) Und zwischen den oberen Betten haben wir ne olle Decke gespannt, damit das Licht nicht so grell ist und gleichzeitig ein praktische Schutz vor dem ganzen Getier was da so oben rumfiegt. Also, geht doch! Nu haben wir es richtig "gemütlich". :-)
Das Schreiben ist leider nicht so einfach, ich kann kaum die Buchstaben treffen. Übrigens lieg ich jetzt noch zusätzlich unterm Regenschirm. Es regnet draußen,  die Gardine ist ganz nass und schlägt durch den Fahrtwind immer gegen die Wand. Mein Kopfteil ist schon ganz nass. Ich kann das Kissen nicht zur anderen Seite legen. Da habe ich doch die Gardine dran befestigt. Ja wenn ihr das nur sehen könntet! Schade kein Bild für den Blog. Fotografieren kann ich nicht, es ist zu dunkel. Ich kann nur Bilder vom Handy für den Blog nehmen. 5:00 Uhr seit 3 Stunden steht der Zug hier irgendwo in der Walachei! Draußen zirpen die Grillen und außer den Regen, der auf das Blechdach trommelt hört man nichts. Gespenstische Stille! Ich war gerade auf der Toilette, Einzelheiten darüber erspare ich Euch. Auch um zu sehen ob der Zug noch da ist. Nich das die den Wagon abgekoppelt haben... Ist aber alles noch da. Überall liegen, sitzen schlafende Menschen. 7:00 Uhr wir sitzen noch immer im Zug und dieser steht jetzt schon seit 5 Stunden. Langsam fragen wir uns ob das normal ist. Zum Frühstück hatten wir gerade jeder ein Stück Käse und 2 Stück lekeren Kuchen. Man hätte ich davon bloß mehr gekauft. Wir trauen uns gar nicht viel zu essen. Wer weis wie lange wir in dem Zug festsitzen. Es regnet noch immer ziemlich stark, hoffentlich ist nichts mit der Stecke... 8:00 wir haben es doch geahnt, die Stecke ist von dem vielen Regen unpassierbar. Schlamm, Erdrutsch und Wasser versperren uns den Weg. In 2 Stunden soll jetzt ein anderer Zug kommen in den steigen wir dann um. Neue Ankunftszeit dann 20:00 Uhr! (Jedenfalls haben wir das verstanden) Hilfe wir sitzen fest. Ach und Calle, zum Glück hab ich das Ladegerät von Dir. Leistet gerade beste Dienste, Danke. 14:00 Uhr irgendwie fühle ich mich gerade wie im falschen Film. Wir sitzen irgendwo im Nichts. Um 11: 00 Uhr haben sie uns 6 Touris aus dem Zug geholt. Jeden auf ein Motorrad gesetzt und ca. 10min im strömenden Regen auf einem schlammigen Feldweg zu einer Straße gebracht. Da standen wir nun, mit unserem Gepäck umringt von Einheimischen, die uns auch mit Hilfe einer Karte nicht sagen konnten wo wir gerade sind.

 
 Nach einer weiteren halben Stunde tauchte dann unser "Taxi" auf. Ein Transporter auf deren überdachte Ladefläche wir zu 6.+ Gepäck verladen wurden. Okay der Älteste von uns durfte vorne mitfahren. Für 8 Stunden auf einer Ladefläche! Ich sag Euch! Und das Schlimmstes hat so geregnet, dass von hinten das Wasser extrem rein spritzte. Wir haben auf nassen Pappen gesessen und uns versucht mit Schirme zu schützen. Aber wenn Ihr denkt, es geht nicht schlimmer? Doch! Jetzt sitzen wir wegen einer überspülen Straße im Nirgendwo fest. Okay im "Restaurant" (ehr wie eine Imbissstation) und haben zu Essen und zu trinken bekommen, aber so allmählich wollen wir doch mal ankommen. Wir sind jetzt 24 Stunden unterwegs und haben ca. 500km geschafft. Wir müssen nur noch 300 fahren. Dazu kommt das die beiden Spanier um 23:00 Uhr am Flughafen in Yangon sein müssen. Die beiden aus Kanada haben da noch etwas mehr Zeit. Wir konnten auch nicht mal einfach in ein Hotel absteigen. Da war Keines! Und dafür hätte die Zeit auch für die Kanadier nicht gereicht, und wir hatten das Hotelzimmer in Yangon schon reserviert und bezahlt. Ganz ehrlich wir wollten da jetzt auch unbedingt hin. Sauberes Bett und Dusche! Die Die neusten Infos sind jetzt, wir starten um 17:00 Uhr und sollen irgendwie durchkommen, nur wie weis noch niemand so recht. 15:30 Uhr plötzlich totale Hektik, wir sollen rasch zu einer Stelle gefahren werden. Von dort aus dann ca. 2km durch die Walachei rennen um dann hinter einer Brücke auf der anderen Seite in ein anderes Auto steigen. Also schnell rauf auf die Pritsche. Nur leider kamen wir mit dem Auto über die Nebenstraße nicht sehr weit. Wir sind fast im Schlamm stecken geblieben und die Fahrt endete als wir vor einem "See" standen. Unser Guide hat es zu Fuß versucht und bis zum Bauch im Wasser gestanden. (auf einer Straße) Also zurück zur Hauptstraße dort standen mittlerweile viele Autos und Menschen fassungslos am reißenden Fluss, der die Straße in zwei Lager teilt. Niemand konnte die Stelle passieren. Lebensgefahr! Uns saß die Zeit im Nacken. Wir mussten da irgendwie rüber. Zum Glück sind die Menschen hier sind sehr hilfsbereit und erfinderisch. Innerhalb weniger Minuten waren unser Sachen auf Träger verteilt und es ging zu Fuß über die schlammigen Felder. Also Schuhe aus und los geht's! Zum Glück hatte ich kurze Hosen an, denn wir steckten teilweise bis zu den Knien im Schlamm. Und dann musste es noch schnell gehen. Unser Begleiter haben uns gestützt, gezogen, gehalten so gut es nur ging. Spätestes jetzt denkt man es geht wirklich nicht mehr schlimmer. Doch! Durch eine Stelle im Fluss laufen und dabei bis unter die Arme im schlammigen Wasser stehen. Ich hab gedacht ich spinne. Aber wir hatten keine andere Chance, zumal mein Rucksack gerade auf dem Kopf eines Trägers den Fluss passierte. Also meine noch einzige trockene Hose aus und im Slip und T-Shirt rein in das kühle Wasser. Peter ist mit samt Sachen durch den Fluss gelaufen. Auf der anderen Seite ging es dann über eine kleine Brücke und Bahnschienen zurück zur Straße. Immer wieder durch Schlamm und knietiefem Wasser. So viel Wasser haben wir noch nie gesehen. Überall Wasser! Häuser, Felder, Straßen alles unter Wasser! Danach wurden wir auf einen LKW verladen. Aber der der hatte doch wenigstens Sitzbänke! Tolles Gefühl wieder ein Stück weiter zu sein. Auf dem LKW war noch schnelles Wäschewechseln und weiter geht die Fahrt. 17:00 Uhr Nur noch ungefähr 6 Stunden bis Yangon. Wir können den Flieger für die Spanier noch schaffen! Das ist unser Ziel 23:00 Uhr Airport Yangon. Zum Glück sitzen wir jetzt in einem großen LKW, denn noch immer sind die Straßen überspült. Wir haben beim passieren ein mulmiges Gefühl. Und noch immer kommt ein wenig Wasser von oben dazu. Dann nach einer Stunde wieder Stop! Wir sollen jetzt mit dem Bus weiter fahren. Dann schaffen wir es aber nicht pünktlich zum AirPort. Kleinbus gibt es nur für 25,00$ pro Person! Große Diskussion! Es wird verhandelt, wir haben für ein Zugticket bezahlt und verlangen eine Beförderung nach Yangon. Das wir schon viel mitmachen haben wir ja bewiesen... Nach einer ganzen Ewigkeit endlich eine Einigung: pro Person10$. Damit können wir leben und wir bekommen auch ein bequemes Auto für 8 Personen. Denn noch immer begleitet uns unser Guide von der Bahn. Mittlerweile ist es 19:00 Uhr und noch 4 Stunden Fahrt zum AirPort! Wir können es noch schaffen. Also geht die Fahrt jetzt im riskanten Fahrstil durch die Nacht. Es sind nun schon über 26 Stunden her das wir diesen verdammten Zug (Lob der DB) bestiegen haben und wir sind fast am Ende unserer Kräfte. Dreckig, hungrig (letztes Essen 14:00)und unendlich müde! Wir schlafen im Auto auch immer wieder ein, nur wird man durch abruptes Bremsen, Hupen und der Schaukelei immer wieder wach. Mit fast quietschenden Rädern fahren wir am AirPort vor! 
23:25 Uhr wir sind in Yangon! Oskar und sein Daddy erreichen ihren Flieger! Ziel erreicht! Dann werden Vater und Tochter aus Montreal noch in ein Hotel gebracht. Und jetzt sind wir dran, auf uns "Clover". Was leider nicht gleich auf Anhieb gefunden wurde... Aber dann 0:30 Uhr auch wir sind am Ziel! Hurra 30,5  Stunden für ca. 800km von Bagan nach Yangon. Saumüde, aber Duschen muss noch sein! Wir sind so dreckig, essen fällt aus, nur noch schlafen!!!
 



Unser Restaurant


Fast wären wir stecken geblieben
Das war mal eine Straße



...zu Fuß geht es nun weiter



Durch das Wasser/"See" auf der linken Seite, sind wir gerade durch...
Koffertransport

Zur Not auf allen Vieren über die Eisenbahnbrücke


Die Bewohner nehmen es mit Humor
Die Dorfstraße

Mit dem LKW auf den überspülten Straßen
Im Eiltempo durch die Nacht

mein T-Shirt nach 30Stunden

1 Kommentar:

  1. ach du heiliger mist! au man da habt ihr ja was mitgemacht.. hättet ihr mal lieber den Zug verpasst.. der nächste wäre bestimmt nich 20 min später gefahren.. ;),, dann schlaft mal aus! Grüße D&D

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