4. Oktober Heute vorweg gesagt, viele wundern sich bestimmt, warum schreiben die so viel? Für uns ist das ein super Tagebuch. Ich kann, wenn wir zum Beispiel irgendwo sitzen und Pause machen oder auf unser Essen warten, schnell mal auf meinem Handy tippen, alles speichern und später dann relativ einfach ins Netz stellen-wenn vorhanden :-) Sitzen gerade in einer Bakery und essen lecker Kuchen. Gleich geht's 1000 Höhenmeter runter nach Jorsale zu Kazi- der das Buch geschrieben hat. Ich werd ihn von Dir lieb Grüßen liebe Regina. Und Über dieine Zeilen haben wir uns sehr gefreut und amüsiert. Güsse an Franzi und sag ihr bitte , wir freuen uns für Sie und unseren aller herzlichen Glückwunsch! Ja, zu deiner Frage: keine 5000der mehr, Nepal neigt sich dem Ende. Wir haben auch gestern hier das Visum für Bhutan ausgedruckt- unser nächstes Ziel am 11.10.! Auch herzlichen Dank an unsere Azubine haben uns über den Kommentar sehr gefreut. Ja hab mir schon ne Mütze und ein Tuch gekauft. Morgen geht's in ein Luxus Hotel und ich hab kein kleines Schwarzes dabei. Liebe Grüße bis in ein paar Tagen Peter & Jaci
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Donnerstag, 3. Oktober 2013
Mittwoch, 2. Oktober 2013
30. September 5:00 Uhr früh, wir sehen die Sterne am Himmel und am Kala Pattar lauter kleine Lämpchen die sich auf und ab bewegen. Diese Stimmung am Morgen ist einzigartig. Wir schnaufen mächtig bergauf. Gestern Abend hat es geschneit, überall ein ganz klein wenig Schnee auf den Steinen und Wegen. Es ist lausig kalt, doch beim gehen für mich sehr angenehm. Ich laufe zu Hause ja auch viel lieber im Winter! Gerade als die Sonne hinter dem Everest auf ging waren wir oben. Traumhafte Aussichten vom Kala Pattar und wir sind stolz, so stolz! Unser 3. Gipfel über 5000m! Fotos, Fotos... Man sieht wieder viele bekannte Gesichter. Denn hier oben ist um diese Zeit jetzt richtig Trubel. Mindestens 3 große Gruppen a ca. 15 Personen sind hier auch unterwegs. Und alle wollen das Gipfelfoto... Da ist mächtig Andrang hier oben. Der Abstieg geht flott, ist ja auch nich so schwer bergab. Zu Frühstück und zum Sachen packen, geht es noch mal in die Loge von letzter Nacht. Das Frühstück schmeckt uns beiden heute überhaupt nicht. Der Raum ist auch mächtig voll. Leute die Essen, Andere die Gehen, wieder Andere kommen an und warten auf die freiwerdenden Räume. Dazwischen Guides und Träger die auf Anweisung oder Bestellungen warten. Wir haben mind. 2 Scheiben Toast mit Honig nicht angerührt. Neben mir stehen zwei sehr junge Träger. Ich frage, bevor wir gehen ob sie das noch essen möchten. Na und wie! Die Zwei müssen richtig Kohldampf gehabt haben. Keine 30min später, wir waren schon unterwegs und haben kurz gestoppt um zu trinken, ist vor unseren Augen ein Träger gestürzt. Er hat sich leicht am Kopf verletzt. Ich glaube seine Kollegen waren in dem Augenblick mit der Situation komplett überfordert. Wir sind natürlich sofort hingestürzt. Wasserflasche raus, ein Tuch nass gemacht und gekühlt. Ich glaub der junge Mann war selbst sehr erschrocken über seinen Sturz. Unser Guide hat uns dann übersetzt, dass er noch nichts gegessen hat und ihm schwindlig geworden ist. Das Essen in der letzen Loge war wohl sehr teuer. Das können wir bestätigen, aber für uns ist das noch immer preiswert. Das muss man sich mal vorstellen, ohne Frühstück, mit einer Last von ich denke ca. 30-40kg in einer Höhe von 4000-5000m 2-3Stunden gehen. Unvorstellbar das die Guides der Agentur nicht darauf achten. Wir haben gleich versucht alles Essbare aus unseren Rucksäcken zu kramen. Sind aber leider nur auf 2 Snickers und ein wenig Wasser gekommen. Peter musste dann noch sein Edelweißtuch opfern. Wir haben ihm damit den Kopf verbunden. Ich hätte auch meines genommen, aber das hab ich irgendwo verloren. Vor einigen Tagen ein weiter Verlust, Peters Basecap, aber das war es vorerst. Na mal sehen was wir noch alles liegen lassen... Der weitere Trekkingtag war dann aber entspannt. Wir sind bis Lobuche, wo wir 1 Tag zuvor waren, gelaufen. Haben dort Mittag gegessen und entschieden das wir hier nicht wirklich schlafen wollen. Die Loge ist sehr ungemütlich und im Flur stinkt es ständig nach Klo. Also rauf auf die müden Füße und 3 Stunden weiter nach Periche auf 4240m. War eine super Entscheidung! Zwar haben uns bei der Ankunft die Füße gebrannt. He, wir waren heute schon auf 5545m! Aber wir sind in einer ganz schönen Loge untergebracht. Für 4€, ich hab mehrfach gefragt, weil ich es noch immer nicht glauben kann. Zimmer mit einer richtigen und eigener Toilette, inkl. kleines Handwaschbecken. Wir können unser Glück kaum fassen, hier können wir sogar unsere Sachen waschen lassen und es gibt hier wohl eine heiße Dusche. Haben wir aber lieber noch nicht ausprobiert, es war bei unser Ankunft schon zu kalt draußen. Können wir ja morgen noch machen, wir bleiben jetzt hier zwei Nächte und werden unseren Erfolg heute ein wenig feiern. Denn wir werden heute Abend ein Gläschen Wein trinken. Ist das irre: wir haben eine Kerze auf unserem Tisch und wir haben vor dem Essen heiße Tücher für die Hände bekommen. Peter kann hier endlich sein Yaksteak essen. War übrigens sehr lecker!
29. September Wir haben beide nicht so gut geschlafen. Peter hat einen neuen Rekord im nächtlichen Toilettengehen aufgestellt, gleich 4x! Ich musste zwar nicht so oft, hab aber trotzdem so unruhig geschlafen. Selbst auf 4940m ist mir mein Schlafsack zu warm. Wenn wir schlafen gehen ist der zwar eiskalt. Aber ich lasse mir immer heißen Tee in meine Flasche füllen und packe die dann vorher in mein Schlafsack. In der Nacht ist das dann sehr praktisch, weil wir auch da noch Durst haben. Die Luft ist hier sehr trocken und kalt. Nachts ist hier immer Frost und trotzdem fange ich in der Nacht an zu schwitzen in meiner "Furzmolle". Peter hat da mehr Glück. Die Nacht war ja nicht so lang. Wir sind schon um 6:30 losgegangen. Der Trekker strebt der wärmenden Sonne entgegen. Und wirklich es war so schön als mir plötzlich die Sonne ins Gesicht schien. Und sofort wird es warm. Aber ganz ehrlich heute ist mir die Höhe nicht so gut bekommen. Okay die 2 Stunden hier rüber nach Gorak Shep 5160m gingen einiger maßen. Wir haben dann hier eine Nudelsuppe gegessen, Room klar gemacht (der übrigens sehr schön ist) und dann sind wir sofort aufgebrochen zum Everest-Basiscamp. Das war auch gut so! Denn jetzt 17:00 Uhr schneit es draußen. Am EBC hatten wir strahlenden Sonnenschein und ein paar Zelte waren auch zu sehen. Wir glauben es war ein Filmteam am Everest. Der Kumbueisbruch so aus der Nähe war schon sehr beeindruckend und wunderschön. Wir haben eine ganze Weile dort gesessen und die Stimmung dort genossen. Dann kam der Rückweg und für mich eine ganz persönlich Herausforderung. Irgendwie hat mir heute enorm die Kraft gefehlt. Für mich eine ganz neue Erfahrung, zu spüren wo meine Grenzen sind. Peter war so gut drauf, ich bin so stolz auf ihn. So morgen erwartet uns der Kala Pattar mit seinen 5545m! Sollte aber morgen das Wetter nicht Top sein, stapfen wir da nicht rauf. Denn wenn überall Wolken sind und wir den Everest nicht sehen können macht diese Mühe kein Sinn. Liebe Grüße Peter & Jaci
28. September 13:00 Uhr und wir sind schon in Lobuche angekommen. Veranschlagte Gehzeit 5 Stunden, wir haben es in unter 4 Stunden geschafft. Zur Belohnung dürfen wir nach dem Mittagsnickerchen noch mal 200 Höhenmeter rauf, zum Gletscher kucken. Hinter dem Gletscher steht in Ihrer majestätischen Schönheit die Lotzewand mit fast 8000m. Der Weg hier her ist technisch überhaupt nicht schwierig, nur die Höhe macht ihn zur absoluten Herausforderung. Aber nach 23 Trekkingtagen haben wir einen guten Rhythmus gefunden. Nur fangen wir allmählich an uns nach einem schönen Stückchen Fleisch zusehen. Auf der Karte wird hier oft Yaksteak angeboten, Peter würde so gerne mal eines essen. Aber aus irgendwelchen Gründen gibt es hier keines! So ein schönes Stück Schnitzel das wäre es ja jetzt! Wir hatten gerade Spagetti mit Tomatensoße. Sehr lecker nur schwamm in der Soße nicht ein kleines Stückchen Wurst oder Fleisch rum. Für Vegetarier hier das Paradies. Wir haben in unserer Tasche noch eine eiserne Reserve, eine kleine Büchse Mortadella! Ich glaub die gönnen wir uns als Belohnung, wenn wir auch unseren letzten 5000der bestiegen haben. Übrigens hier in Lobuche ist Touristenmäßig die Hölle los. Hier kommen gerade mehrere große Gruppen an. So viele Menschen sind wir gar nicht mehr gewöhnt. In dem Aufenthalts-Essenraum ist ein ziemlich lautes Stimmengewirr. Man kann hier die unterschiedlichsten Sprachen hören. Es kommen hier Menschen aus der ganzen Welt an, alle mit dem einen Ziel zum EBC! Wir werden morgen sehr zeitig dorthin aufbrechen. Am Besten bevor alle Gruppen hier starten. Viel schlafen, werden wir hier sowieso nicht. Das Haus ist so hellhörig! Ihr müsst Euch vorstellen: Steinflachbau, unterteilt durch Bretterwände, in der Mitte ein Gang, mittig davon zwei Toiletten, rechts und links vom Gang gehen die Schlafkojen ab, ich denke so für ca. 40 Leute. Und wir mitten drin. Waschräume gib's hier nicht. Gab es auch schon nicht gestern. Ich rechne auch nicht morgen damit. Unsere Feuchttücher müssen reichen. Obwohl wir damit gerade eine kleine Katastrophe haben. Ich war der Meinung, wir hätten in unserer großen Tasche noch ein ganzes Paket. Fehlanzeige, ein ganzes Paket feuchtes Toilettenpapier! Gut für unten ist gesorgt, denn auch für unsere Stinkifüße sind die bestimmt nicht schlecht. Aber feuchtes Toilettenpapier fürs Gesicht. Ich weis nicht. So weit bin ich dann doch noch nicht. Wir wollen mal nachher auf Shoppingtour gehen. Ja, nicht zum Lachen, hier gibt es so klitze, kleine Lädchen, vollgestopft mit allem Möglichen was so ein Trekkerherz höher schlagen lässt. Ach ja und ich werde mich auf die Suche nach Internet machen. Dann kann ich meinen Bericht von heute schon mal reinstellen. Also drückt uns die Daumen für die nächsten Tage, die werden noch mal alles von uns abfordernd.
Sonntag, 29. September 2013
Freitag, 27. September 2013
27. September Heute wollen wir uns als aller Erstes bei unseren Fans bedanken. D&D, Doris und all die Anderen für Eure lustigen Bemerkungen, Ute die Schuhe halten noch immer und Dir liebe Regina für die Buchorganisation! Auf dem Rückweg werden wir bei Kazi Sherpa noch einmal übernachten und dann kann ich ja schon berichten was wir für tolle Freunde in Deutschland haben, die so eins zwei fix mal das Buch organisieren. So nun der Bericht von heute: 6:30 Uhr Es ist so kalt, wir sitzen angemummelt im Dinningroom und warten auf unser Frühstück. Wenn wir endlich wieder satt sind und wenn die Sonne im Tal angekommen ist, wird es immer schön warm und wir können in kurzen Hosen rumrennen. Warum stehen wir dann so früh auf? Na, wegen der tollen Sicht auf die Berge. Heute wollen wir wieder auf über 5000m, so ein kleiner Hügel über Dingboche. Den genauen Namen hab ich schon wieder vergessen. Ich meine, ich war vor 9 Jahren schon einmal dort, aber nicht bis ganz oben. Nur bis zum ersten Vorgipfel 5083m "Nanghangsang" oder so ähnlich. Der Blick auf die 7000 & 8000ender von hier ist schon gewaltig, man kann nicht genug schauen und fotografieren. Ich glaube auch diese wunderbaren Momente lassen sich in einem Foto nicht festhalten. Dann sind auch alle Strapazen und Entbehrungen ganz schnell wieder vergessen. Grad ist meine Stimmung wieder unten! Wir hatten 2x Toast mit Ei bestellt und danach 1x Toast mit Honig für uns beide. Ich hab natürlich das Toast mit Honig ... wir essen aber gerne beide das Süße zum Schluss! Was sind wir verwöhnt oder? Schlimm! Aber wir müssen unser Frühstück schon immer am Abend zuvor ordern und dann bekomme ich natürlich die 2 bestellten Tassen Tee gleichzeitig und einmal davon wird immer kalt. Ab morgen ändern wir unsere Taktik und bestellen einfach nach! Dauert zwar länger- aber Hallo! Wir haben Urlaub! So jetzt ist es 13:00 Uhr und wir sind mal wieder hungrig. Der kleine Hügel mit korrektem Namen Nangkar Tsang entpuppte sich als ziemlich hoch 5616m. Das heißt von unserem Standpunkt aus 1200 Höhenmeter. In den Alpen kein Problem, aber hier kann zum Schluss jeder Schritt zur Qual werden und im Kopf läuft der immer gleiche Film... Warum zum Teufel., tu ich mir das an! - Weil nur wo man zu Fuß war, war man wirklich! Und wenn man dann oben angekommen ist, man alles vergessen hat und die geniale Aussicht geniest. Heute haben wir auch so einen Segensschal dort oben befestigt und uns viel Glück für die nächsten Abenteuer gewünscht. Man kann es kaum glauben wieviele schöne Blumen wir so weit oben noch sehen. Unmengen Enzian und Edelweiß! Ich glaub die Jahreszeit dafür ist grad perfekt. Klar sind gerade am Nachmittag immer viele Wolken unterwegs. Wir haben aber genügend Gelegenheit, Blicke auf die schneebedeckten Riesen zuwerfen. Heute konnten wir die Ama Dablam nicht genug fotografieren, dass ist ein so schöner Berg. Ach ja und im Aufstieg haben wir wieder Einen mit Guide aus der Malaysia-Gruppe getroffen. Es ist immer so lustig wenn man sich hier nach Tagen plötzlich wieder sieht. Dann wird immer nachdem woher oder wohin gefragt. Natürlich erkundigt man sich immer nach dem Befinden! Und zum Abschied werden selbstverständlich noch viele gute Wünsche ausgetauscht! Schade, ich glaub Sie werden wir nicht mehr sehen, sie sind im Abstieg und gehen Richtung Lukla. Wir dagegen haben noch mal 3 Tage hier oben. Morgen gehen wir nach Lobuche 4910m und danach nach Gorak Shep 5140m wo uns unsere höchste Schlafhöhe erwartet. Von dort aus gehen wir dann zum Everest Basislager (EBC) und zum Kalar Pattar 5545m hoch. Ich gehe mal davon aus das wir so hoch oben kein Internet haben werden. Aber schaun wir mal. Hier hat sich in den 9 Jahren sehr viel verändert. Hier sind so viele Logen und neue Häuser entstanden, ich habe Dingboche nicht wieder erkannt. Und hier wird überall weiter gebaut. Was übrigens sehr mühsam ist. Die Steine werden ja von hier genommen, davon gib's ja hier genügend. Aber jetzt kommt's : jeder einzelne Stein wird in Körben oder in sollch speziellen Trageeinrichtungen auf dem Rücken in den Ort geschleppt (auch von Frauen) und Dieser wird dann in mühseliger Kleinarbeit per Hand behauen, damit er eckig ist. Sie arbeiten vom Sonnenaufgang bis die Sonne wieder unter geht. Schutzkleidung oder Arbeitsschutz gibt's hier nicht. Der Verdienst liegt bei ca. 2,00 € pro Tag und ist ein gut bezahlter Job. Deshalb denke ich, reist in dieses Land und nehmt einen Einheimischen Guide, Träger... Ich glaub nur so kann man den Menschen hier helfen.
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