27. September Heute wollen wir uns als aller Erstes bei unseren Fans bedanken. D&D, Doris und all die Anderen für Eure lustigen Bemerkungen, Ute die Schuhe halten noch immer und Dir liebe Regina für die Buchorganisation! Auf dem Rückweg werden wir bei Kazi Sherpa noch einmal übernachten und dann kann ich ja schon berichten was wir für tolle Freunde in Deutschland haben, die so eins zwei fix mal das Buch organisieren. So nun der Bericht von heute: 6:30 Uhr Es ist so kalt, wir sitzen angemummelt im Dinningroom und warten auf unser Frühstück. Wenn wir endlich wieder satt sind und wenn die Sonne im Tal angekommen ist, wird es immer schön warm und wir können in kurzen Hosen rumrennen. Warum stehen wir dann so früh auf? Na, wegen der tollen Sicht auf die Berge. Heute wollen wir wieder auf über 5000m, so ein kleiner Hügel über Dingboche. Den genauen Namen hab ich schon wieder vergessen. Ich meine, ich war vor 9 Jahren schon einmal dort, aber nicht bis ganz oben. Nur bis zum ersten Vorgipfel 5083m "Nanghangsang" oder so ähnlich. Der Blick auf die 7000 & 8000ender von hier ist schon gewaltig, man kann nicht genug schauen und fotografieren. Ich glaube auch diese wunderbaren Momente lassen sich in einem Foto nicht festhalten. Dann sind auch alle Strapazen und Entbehrungen ganz schnell wieder vergessen. Grad ist meine Stimmung wieder unten! Wir hatten 2x Toast mit Ei bestellt und danach 1x Toast mit Honig für uns beide. Ich hab natürlich das Toast mit Honig ... wir essen aber gerne beide das Süße zum Schluss! Was sind wir verwöhnt oder? Schlimm! Aber wir müssen unser Frühstück schon immer am Abend zuvor ordern und dann bekomme ich natürlich die 2 bestellten Tassen Tee gleichzeitig und einmal davon wird immer kalt. Ab morgen ändern wir unsere Taktik und bestellen einfach nach! Dauert zwar länger- aber Hallo! Wir haben Urlaub! So jetzt ist es 13:00 Uhr und wir sind mal wieder hungrig. Der kleine Hügel mit korrektem Namen Nangkar Tsang entpuppte sich als ziemlich hoch 5616m. Das heißt von unserem Standpunkt aus 1200 Höhenmeter. In den Alpen kein Problem, aber hier kann zum Schluss jeder Schritt zur Qual werden und im Kopf läuft der immer gleiche Film... Warum zum Teufel., tu ich mir das an! - Weil nur wo man zu Fuß war, war man wirklich! Und wenn man dann oben angekommen ist, man alles vergessen hat und die geniale Aussicht geniest. Heute haben wir auch so einen Segensschal dort oben befestigt und uns viel Glück für die nächsten Abenteuer gewünscht. Man kann es kaum glauben wieviele schöne Blumen wir so weit oben noch sehen. Unmengen Enzian und Edelweiß! Ich glaub die Jahreszeit dafür ist grad perfekt. Klar sind gerade am Nachmittag immer viele Wolken unterwegs. Wir haben aber genügend Gelegenheit, Blicke auf die schneebedeckten Riesen zuwerfen. Heute konnten wir die Ama Dablam nicht genug fotografieren, dass ist ein so schöner Berg. Ach ja und im Aufstieg haben wir wieder Einen mit Guide aus der Malaysia-Gruppe getroffen. Es ist immer so lustig wenn man sich hier nach Tagen plötzlich wieder sieht. Dann wird immer nachdem woher oder wohin gefragt. Natürlich erkundigt man sich immer nach dem Befinden! Und zum Abschied werden selbstverständlich noch viele gute Wünsche ausgetauscht! Schade, ich glaub Sie werden wir nicht mehr sehen, sie sind im Abstieg und gehen Richtung Lukla. Wir dagegen haben noch mal 3 Tage hier oben. Morgen gehen wir nach Lobuche 4910m und danach nach Gorak Shep 5140m wo uns unsere höchste Schlafhöhe erwartet. Von dort aus gehen wir dann zum Everest Basislager (EBC) und zum Kalar Pattar 5545m hoch. Ich gehe mal davon aus das wir so hoch oben kein Internet haben werden. Aber schaun wir mal. Hier hat sich in den 9 Jahren sehr viel verändert. Hier sind so viele Logen und neue Häuser entstanden, ich habe Dingboche nicht wieder erkannt. Und hier wird überall weiter gebaut. Was übrigens sehr mühsam ist. Die Steine werden ja von hier genommen, davon gib's ja hier genügend. Aber jetzt kommt's : jeder einzelne Stein wird in Körben oder in sollch speziellen Trageeinrichtungen auf dem Rücken in den Ort geschleppt (auch von Frauen) und Dieser wird dann in mühseliger Kleinarbeit per Hand behauen, damit er eckig ist. Sie arbeiten vom Sonnenaufgang bis die Sonne wieder unter geht. Schutzkleidung oder Arbeitsschutz gibt's hier nicht. Der Verdienst liegt bei ca. 2,00 € pro Tag und ist ein gut bezahlter Job. Deshalb denke ich, reist in dieses Land und nehmt einen Einheimischen Guide, Träger... Ich glaub nur so kann man den Menschen hier helfen.
Donnerstag, 26. September 2013
So bin ja so stolz, endlich ein Internetcafe und ein laerm um mich rum! Wir melden uns bestimmt erst wieder in ein paar Tagen. Wollen jetzt zum Kala Pattar 5545m hoch, wenn alles gut geht sind wir in drei Tagen oben! Liebe Gruesse Peter und Jaci
26. September Heutige Übernachtung in Dingboche auf 4400m. Wir waren um 12:00 Uhr hier. Wir haben hier so etwas wie ein Bungalow. Ich hab um beide Zimmer gebeten, somit haben wir heute viel Platz. Zwischen beiden Räumen ist eine Toilette, zwar nicht mit Wasserspülung, aber unsere Eigene! Vor unserer Aussentür ist sogar eine kleine Terrasse mit Tisch und Stuhl. Die Anlage so ist ganz nett gemacht. Ist aber alles noch im Bau. Ich hatte mal wieder Abenteuer "Duschen"! Da es heute wieder so schön warm ist, dachte ich ein wenig Körperpflege wäre nicht schlecht. "Hot Shower" steht ja dran! Und wie heiß! Man konnte es leider nicht kühler stellen. Nach 3min Kochwäsche würd ich sagen, ich war sauber und gar! Danach waren noch unsere Sachen dran. Die wiederum nur mit eiskaltem Wasser und Seife. Reicht aber auch fürs Erste, müffeln wir nicht ganz so. Heute wollen wir versuchen eine Internetverbindung zu bekommen. Wenn es hier nicht klappt, dann erst in ein paar Tagen.
25. September 20. Trekkingtag, 8:00 Uhr Frühstück,wenn wir aus dem Fenster schauen - regnet es und es ist kalt und ungemütlich. Deshalb haben wir kurz umdisponiert! Wir verkrümeln uns jetzt noch mal für 2 Stunden in unsere Schlafsäcke, schauen dann mal nach dem Wetter und ob wir Lust zum weitergehen haben. Und wir haben! Es regnet fast gar nicht mehr. wir brauchen noch nicht einmal die Jacken beim gehen. Der Weg heute ist wir das Leben selbst, ein ständiges Auf und Ab! Wir sind heute in einer ganz guten Loge in Pangboche untergebracht. An den Wänden sind überall Bilder und Sprüche vom Dalai Lama. Der Vater der Logenbesitzerin, selbst ein Lama war am Nachmittag zu Gast und sein Schwiegersohn hat mir ein Buch gezeigt und geschenkt was er selber geschrieben hat und dem Dalai Lama im Juni in Indien selber überbracht hat. Stolz hat er uns das schön gerahmte Bild mit ihm präsentiert. Zugegeben ich war schon sehr beeindruckt und auch ein wenig neidisch auf den jungen Mann, der schon mal ein Treffen mit dem Dalai Lama hatte. In der Loge selbst ist am Abend richtig Trubel. Außer uns sind hier noch ein Pärchen aus China, Mutter mit Sohn aus Wien und noch einige andere Touristen. Nach dem Abendessen wird dann UNO gespielt. Das letzte Spiel wird ein Match, Germany, Austria, Nepal gegen China. 8 Spieler und der Sieg ging an China, dann Nepal, gefolgt von 2x Germany, China, 2x Austria und zum Schluß Nepal. Es war soooo lustig. Nur sind wir hier immer alle ziemlich müde. Sonst hätten wir bestimmt die Nacht durchgespielt.
24.September Heute ist nicht viel aufregendes passiert. Sind heute von Machhermo nach Phorze gelaufen. Ich schätze reine Gehzeit waren heute 6 Stunden. War ein ziemlich langer Weg und viel bergab. Uns haben ganz schön die Füße gebrannt. Nachdem wir den halben Ort durch gekämmt haben, sind hier in einer ziemlich neuen Loge gelandet. Auch hier lohnt sich zu vergleichen. Wir sind die einzigen Gäste (mind. 12 Zi.) und wir haben von unserem Zimmer einen großartigen Blick über den gesamten Ort. Hier gibt es sogar eine heiße Dusche und die Toilette am Ende des Flurs hat eine richtige Wasserspülung. Alles so schön neu, nur schade das nicht einmal der Bauschmutz entfernt wurde. Sonst ist diese Loge ein richtiges Schmuckstück oder kann noch eines werden.
23. September 11:00 Uhr und wir liegen mal wieder gemütlich in unseren Schlafsäcken! Ja, mal wieder- nicht noch! Das haben wir uns längst verdient. Sind heute früh im Dunkeln, so gegen 5:00 Uhr zum Gokio Ri 5360m aufgebrochen. War irgendwie ganz mystisch. Vor uns schon einige sich auf und ab bewegende Lämpchen! Wir haben nie zuvor einen Berg im Dunklen bestiegen. Immer einen Schritt vor den Anderen und atmen. An etwas anderes kann man irgendwie nicht denken. Als die Sonne aufging hatten wir schon gut die Hälfte geschafft. Ein tolles Gefühl dort oben zustehen und zu sehen wie die Schneeriesen anfangen in der Sonne zu glänzen. Der Mt. Everest hat sich auch mal kurz gezeigt, bevor er hinter den Wolken verschwunden ist. 2:15min haben wir wohl für den Aufstieg gebraucht. Fantastischer Rundblick aus über 5000m! Und wir happy dort oben! Fotos, Fotos... Eine Kleinigkeit essen und dann ging's wieder runter! Beim Abstieg konnten wir gar nicht glauben das wir das alles raufgelaufen sind. Der Abstieg nahm kein Ende, unser Hunger dafür zu! Um 9:00 Uhr lecker Frühstück in der Sonne am See! Danach hat sich Jaci noch eine warme Dusche gegönnt und nu liegen wir hier. Eben kam der Hubschrauber und hat den Verletzten geholt. Konnten wir super vom Bett aus beobachten. Wir haben hier nämlich einen fantastischen Ausblick! Um 12:00 Uhr geht's Suppe essen und danach laufen wir ca. 3 Stunden zurück nach Machhermo. Dort werden wir die Nacht verbringen, 400 Höhenmeter tiefer. Wir können dann wieder besser schlafen. 15:00 Uhr wir sind schon wieder in Machhermo. Für die Strecke haben wir nur 2 Stunden gebraucht. Da es ein wenig bedeckt war und wir mächtigen Kohldampf, dachten wir es ist schon 17:00 Uhr oder später! Man haben wir uns erschrocken, was sollen wir den Rest des Tages noch machen. Hier stehen vielleicht 15 Häuser, da sind wir mit einer Ortsbesichtigung in 10min durch. Und schon wieder schlafen? Wir haben in der für die Nacht schon 9-10 Stunden. Also gut das ich hier ein wenig schreiben kann. Wir sitzen am heißen Ofen. Die Chefin hat hier mit Yakmist kräftig eingeheizt. Hier wird die "Yakscheiße" eingesammelt, zu Kugeln geformt, platt gedrückt, getrocknet um dann damit zu heizen. Riecht nicht und ist hier überall kostenlos zu haben. So und dann hier noch ein Tip für all die, die auch vor haben in Nepal eine Trekkingtour zu machen. Man sollte sich unbedingt einen einheimischen Begleiter, ob nun Guide oder Träger mit auf die Tour nehmen. Das bringt extrem viele Vorteile und schafft Arbeitsplätze. Sie fühlen sich für ihr Kunden total verantwortlich. Wenn man Hunger oder Durst hat, sagt man dem Guide Bescheid. In jeder Loge gibt es so eine Art Notizbuch. Da wird alles was man isst und trinkt vom Begleiter eingetragen. Er holt auch alles aus der Küche, also ist er auch noch der Kellner. Er verhandelt für und die Preise in den Unterkünften und bei der Endabrechnung schaut er das alles korrekt abgerechnet wird. Er sieht nach dem MHD auf alles was wir kaufen. Und er achtet darauf das wir nichts vergessen! Wenn wir am Nachmittag ein wenig schlafen und es fängt zu regnen an, werden unsere Sachen von der Leine geholt. Wenn unser Stiefel zum lüften vor die Loge in die Sonne stellen, stehen sie wie von Zauberhand, bevor wir schlafen gehen vor unserem Raum. Diese Umsichtigkeit und Freundlichkeit dieser Menschen ist einfach unglaublich. Und sie ist ehrlich, dabei rede ich nicht nur von unserem Guide, hier sind alle so!